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Willenlos im Rampenlicht

Description:  Bühnenshows mit Hypnose-Vorführungen sind Publikumsmagnete - und das seit alters her.
Author:GWUP Dr.Hans-Christian Kossak, Rouven Schäfer Hrsg.
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Willenlos im Rampenlicht

Methoden und Gefahren der Showhypnose

Hans-Christian Kossak

Bühnenshows mit Hypnose-Vorführungen sind Publikumsmagnete – und das seit alters her. Die dort präsentierten Effekte lassen sich jedoch zum Großteil durch sozialpsychologische Modelle, aber auch durch Zaubertricks erklären. Echte Hypnose wird nur bei wenigen Elementen der gängigen Programme angewandt.
Showhypnotiseuren fehlt in der Regel die Kompetenz, mögliche Gefährdungen von Mitspielern aus dem Publikum zu erkennen. Als Folge können diese Personen körperliche und psychische Beeinträchtigungen davontragen.
Die gefährlichen Manipulationen der Showhypnotiseure müssen klar von der seriösen, therapeutischen Hypnose unterschieden werden, wie approbierte Fachleute sie anwenden.

Geschichte der Hypnose

Die Intervention, die heute mit dem modernen Begriff Hypnose belegt wird, gibt es seit mehreren tausend Jahren. Hinweise findet man bereits in den Veden und im Mahabharata, den Jahrtausende alten Epen der Hindus, ebenso bei den alten Ägyptern. Auch im Äskulapkult der Griechen wurde hypnotischer Heilschlaf induziert (Eliade 1960, Edelstein 1967), ferner sind auch heute in vielen indigenen Kulturen sehr ähnliche Vorgehensweisen und Rituale zu finden, so z. B. bei australischen Aborigines, auf Borneo (Bongartz u. Bongartz 1987), in Nepal (Biswas et al. 2000), Indien (Kakar 1984) und an zahlreiche anderen Orten.


Pharo in seiner Bühnenshow: „Fordere ich dich auf, wieder einzuschlafen, dann sinkst du wieder zurück in diesen Zustand. Noch tiefer.“ (Fernsehsendung: Menschen hautnah. Der Hypnotiseur, WDR, 9. 10. 2000)

Durchgeführt wird die Hypnose von Priestern bzw. Schamanen, also ausgebildeten Fachleuten mit hohem Sozialprestige. Die Intervention beinhaltet umfangreiche Rituale, die meist relativ rhythmisch begleitet werden (Sprache, Tänze, Trommel, Gesänge) und mitunter mit Deprivationszuständen, wie sozialer Isolierung oder Lichtreduktion, verbunden sind. Meist werden Dämonen als Verursacher einer Krankheit angenommen, die es mit den (Hypnose-) Ritualen zu vertreiben gilt. Besteht ein kultureller Konsens über Krankheitstheorie und Heilmethode, sind die Heilungschancen sehr groß, besonders bei psychosomatischen Erkrankungen (Kossak 1997). Heiler mit hohem Sozialprestige sind besonders erfolgreich.

Franz-Anton Mesmer (1734–1815) sah auf Jahrmärkten solche Beschwörungen. Er gab den starken Impuls zur therapeutischen Anwendung von Magneten bei zahlreichen Erkrankungen (Mesmer 1766). Er magnetisierte u. a. sogar Seile und Wasser. Ihre Berührung heilte Kranke, da es einen allgemeinen sozialen Konsens bezüglich der o. g. Krankheitstheorie und ihrer Behandlung gab. Die Theorie des „animalischen Magnetismus“ verwarf Mesmer später, als er feststellte, dass gleiche Wirkungen auch ohne Magnete eintraten. Er vermutete dann das Wirken eines bislang unerforschten Stoffes, des Fluidums. Die Behandlung war später unter dem Namen Mesmerismus sehr effektiv. Dabei setzte Mesmer große Spiegel ein, ließ leise Musik ertönen, und mitunter arbeitete er in abgedunkelten Räumen.

Der schottische Arzt James Braid (1795–1860) benannte 1843 die dort auftretende schlafähnliche Reaktionsweise der Patienten nach dem griechischen Gott des Schlafes, Hypnos. Auch wenn später nachgewiesen wurde, dass es sich hier keinesfalls um Schlaf handelte, behielt die Wissenschaft den Begriff Hypnose bei.

 

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     
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