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Willenlos im Rampenlicht

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Grundprinzipien der Showhypnose nach Meeker u. Barber (1971)

  1. Die grundlegende Bereitschaft, Suggestionen auch ohne Hypnose zu befolgen, ist größer, als gemeinhin angenommen wird.
  2. Personen mit hoher Hypnotisierbarkeit können auf der Bühne leicht erkannt und schnell selektiert werden.
  3. Wenn die Situation als „Hypnose“ definiert wird, so ist für die Teilnehmer aus dem Publikum klar, dass von ihnen in hohem Maße Reaktionsbereitschaft auf die Suggestionen und Befehle gewünscht und erwartet wird. Pseudowissenschaftliche Erklärungen geben ihnen Sicherheit und bekräftigen die Erwartungshaltungen.
  4. Die Bühnensituation hat einzigartige Erwartungsmerkmale, die sehr hilfreich sind, das scheinbar hypnotische Verhalten zu bewirken. Es entsteht ein starker sozialpsychologischer Druck auf der Bühne.
  5. Der Teilnehmer kann sein ungewohntes, lächerliches oder unpassendes Verhalten mit der „Macht der Hypnose“ entschuldigen. Es kommt dadurch zum Abbau von Hemmungen und Ängsten.
  6. Es werden selbstgenerierende Beweise erzeugt: Was man als „Hypnose“ vorgeführt bekommt, wird dauerhaft unkritisch akzeptiert (siehe Kasten „Der selbstgenerierende Beweis des Mark Twain“, S. 174).

Der selbstgenerierende Beweis des Mark Twain

Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain (1835–1910) berichtet, dass er im Alter von 15 Jahren einem Show-Mesmeriseur begegnete. Nach mehreren besuchten Vorführungen durfte er endlich auf die Bühne und im Mittelpunkt der Bewunderung stehen. Er nutzte die Gelegenheit und befolgte alle Suggestionen perfekt – allerdings aus eigenem Willen heraus. So schlug er unter Beifall auch seinen Schulfeind mit einem Revolver dramatisch in die Flucht. Die in der Show obligatorischen Stiche in seine Arme schmerzten zwar, aber er hielt sie tapfer aus, um weiter bewundert zu werden.

45 Jahre später erzählte er seiner Mutter, die damals auch im Publikum gesessen hatte, dass seine Trance nur vorgetäuscht gewesen war. Sie jedoch glaubte ihm nicht, denn er hatte seinerzeit im Kontext der Show überzeugend gehandelt (DeVoto 1922).

Der Karotissinus-Trick: Lebensgefahr

Der Showhypnotiseur blickt zur Einleitung der Showhypnose seinen Mitspieler „hypnotisch“ an und gibt z. B. Entspannungsinstruktionen. Dabei dreht er die Person seitlich zum Publikum. Gleichzeitig drückt er mit seinem Daumen auf die nun für die Zuschauer verdeckte Stelle der Halsschlagader (Sinus carotis). Der Daumendruck an dieser empfindlichen Stelle bewirkt Gefäßerweiterung, Herzschlagverlangsamung und Blutdruckabfall, dadurch entsteht eine Minderdurchblutung des Gehirns. Das führt zumindest zu Schwindelgefühlen und zur Bewusstseinstrübung, wenn nicht zum Tonusverlust und sogar zur leichten Ohnmacht. Für das Publikum ist nur die „übernatürliche Hypnosekraft“ wahrzunehmen.

Diese Intervention ist sicherlich kriminell, weil ohne Einverständnis des Betroffenen ein erheblicher körperlicher Eingriff vorgenommen wird. Eventuell kann dadurch Herzstillstand ausgelöst werden, oder es kann zu tödlichen Hirnblutungen durch ein platzendes Aneurysma (angeborene Schwachstelle in einer Kopfarterie) kommen.

Adressen Interessenten an einer Hypnosebehandlung können über die seriösen Hypnosegesellschaften Therapeutenlisten erhalten:

Deutsche Gesellschaft für Hypnose,
Druffels Weg 3, 48653 Coesfeld,
Fax (0 25 41) 7 00 08,
E-mail: dgh-geschaeftsstelle@t-online.de

Milton Erickson Gesellschaft,
Konradstr. 18, 80801 München,
Fax (0 89) 34 02 97 19,
E-mail: Monika-Kohl@t-online.de

Rat Suchende sollten nur seriös ausgebildete approbierte Therapeuten akzeptieren.

Interview mit Pharo alias Martin Bolze

Fernsehsendung des WDR vom 9. 10. 2000: Menschen hautnah. Der Hypnotiseur.
WDR: „Meinst du denn, dass die Menschen immer selber beurteilen können, wo die Grenze ihrer Würde ist?“

Pharo: „Ich denke, dass ich in dem, was ich da tue, ich nicht die Menschwürde angreife, weil mit Spielzeug haben wir alle schon mal gespielt und wir waren alle schon mal in einer Situation, in der wir möglicherweise einen Namen mal vergessen, wo wir Dinge in uns haben oder wo wir irgend etwas gewusst haben, was mir jetzt nicht mehr einfällt. Ich denke, dass ich wirklich niemanden diskriminiere auf der Bühne. Ich denke, dass die Leute, die auf die Bühne kommen, genau wissen, was sie da tun.“

Dr. Dipl.-Psychol. Hans-Christian Kossak

geb. 1944, Studium der Psychologie in Münster, Lehraufträge in Bochum, Promotion über Hypnose in Bremen. Seit 1969 Leiter der kath. Erziehungsberatungsstelle in Bochum. Verhaltenstherapeut, Gesprächstherapeut, Hypnosetherapeut, Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Ausbilder, bes. zur Kombination von Verhaltenstherapie und Hypnose. Autor eines Lehrbuches der Hypnose, Fach- bzw. Sachbücher, zahlreiche Fachveröffentlichungen.

Anschrift: Kath. Beratungsstelle für Erziehungs- und Familienfragen, Ostermannstr. 32, 44789 Bochum

  
Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Kräfte. Handbuch der weißen Magie zur Entfaltung magischer Fähigkeiten (Taschenbuch)
von Karl Brandler-Pracht,
Karl Brandler- Pracht
Siehe auch:
Praxis der weissen und schwarzen Magie
von Det Morson
Der Weg zum wahren Adepten
von Franz Bardon
Schule der Hohen Magie, Band 1
von Frater V. D.
Die Entwicklung des Willens zur höchsten Macht
von E. Sychova
 
    
     
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