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Willenlos im Rampenlicht

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Sozialpsychologische Phänomene

Die Angebote an Showhypnose werden gut besucht. Durch seine Neugier und seinen Wunsch nach Unterhaltung ist das Publikum motiviert. Stets werden die zahlreichen Freiwilligen sehr schnell zum Mitwirken auf der Bühne bewegt. Mitunter drängen sie sogar von sich aus auf die Bühne, um dort Ungewohntes zu tun, so z. B. sich hühnerartig zu verhalten, wie ein Baby zu schreien, oder sich nackt zu fühlen und dann zu tanzen bzw. beschämt wegzulaufen. Für Außenstehende ist diese freiwillige Kooperation unfassbar.

Die amerikanischen Hypnoseforscher Meeker und Barber haben 1971 auf der Grundlage ihrer seriösen Experimente hierzu sogar Grundprinzipien aufstellen können (siehe Kasten „Grundprinzipien der Showhypnose“, S. 173).

Erwartungshaltungen

Die Vorbereitung des Publikums hat für das Gelingen der Show einen hohen Stellenwert. Dazu werden Presse, Plakate, Flüsterpropaganda über die Effekte und Absonderlichkeiten im Verhalten der Mitwirkenden gezielt eingesetzt. Ankündigungen versprechen z. B. „Eine Reise in die Welt der Hypnose“, „Der Weltmeister der Hypnose“ usw. Verheißen wird Unterhaltung im Bereich des Unbegreiflichen und der Comedy. So erhielten in einem kleinen norddeutschen Dorf die Zuschauer des Künstlers Pharo T-Shirts mit den Aufdrucken: „Niemand ist wirklich allein“ und „Pharo ist der Beste!“ Ein gestandener Schreinermeister berichtete im Fernsehinterview über die Show: „Wenn er reinkommt, geht es einem wie Strom durch die Knochen“ (WDR 2000). Präpariert mit derartigen Erwartungshaltungen wird ein Publikum sicherlich gut kooperieren.

Auswahlkriterien für die Mitspieler

Nach einer mehr oder weniger fundierten und zutreffenden Aufklärung über Hypnose (siehe Kasten „Faktoren der Hypnotisierbarkeit“, S. 172) erfolgt die typische Auswahl der Mitspieler. Meist sollen alle Zuschauer z. B. in die Scheinwerfer oder auf eine rotierende Spirale schauen bzw. ihre Hände ineinander falten. Wer dabei intensiv kooperiert, wird auf die Bühne gebeten. Meist folgt die Instruktion: „Sie tun nur immer das, was sie wollen.“ Das beruhigt einerseits, lässt jedoch auch Optionen offen: Verhält sich eine Person nicht „erwartungsgemäß“, so hat sie dies unbewusst gewollt. Mit solch einem Argument kann man auch späteren Klagen über lächerliches Verhalten zuvorkommen. Der Showhypnotiseur hat demnach scheinbar keinerlei Verantwortung für das Verhalten der Mitspieler – und ist vordergründig moralisch integer.

Anschließend erfolgen in weiterer Staffelung ähnliche Kooperationstests, die eine engere Auswahl von möglichst optimalen Partnern ermöglichen. Letztlich stehen für besondere Showteile nur noch hoch kooperative und hoch hypnotisierbare Mitspieler auf der Bühne.


Mitwirkende schlafend auf dem Boden liegend (Fernsehsendung: Menschen hautnah. Der Hypnotiseur, WDR, 9. 10. 2000)

 

  
Alternative 3. Der Geheimbericht (Edition Pandora) (Taschenbuch)
von Leslie Watkins
Siehe auch:
Alternative 3. Die Beweise
von Jim Keith
Die Apokalyptischen Reiter (Edition Pandora)
von Milton W. Cooper
Montauk: Pyramiden von Montauk. Erforschungen des Bewußtseins: III (Edition Pandora)
von Preston B. Nichols
Montauk: Das Montauk-Projekt 2. Rückkehr nach Montauk. Abenteuer mit der Synchronizität: II
von Preston B. Nichols
 
    
     
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