Phänomene aus der Trickkiste der Illusionisten
Viele als Hypnose deklarierte Showelemente beruhen lediglich auf Zaubertricks. Diese sind im Fachhandel käuflich zu erwerben.
Gern wird der Trick gewählt, plötzlich Hitze auf der Haut des Mediums entstehen zu lassen. (siehe S. 180). In einer Fernseh-Wissenschafts-Show reichten wenige Sekunden aus, bis der Hitzeeffekt eintrat. Das vermögen nicht einmal der beste Hypnosefachmann und die höchsthypnotisierbare Versuchsperson so schnell zu bewerkstelligen. Die befragten seriösen Hypnosefachleute stimmten jedoch begeistert einer Hypnosewirkung zu. Das mag als selbstgenerierender Beweis gelten (s. Kasten Grundprinzipien der Showhypnose, S. 173). Niemand wird chemische Reaktionen als Verursachung annehmen. Übrigens konnte Rasti Rostelli diesen Effekt in der gleichen Fernsehshow unter nun kontrollierten Bedingungen nicht nochmals produzieren. Seine Trickflüssigkeit war bereits mit den Requisiten weggeräumt.
Wenn Rasti Rostelli vorgibt, er könne mit verbundenen Augen Auto fahren, indem er den Hirnwellen anderer Personen folge, so benutzt er eine der zahlreichen Augen-Trickbinden, die in der Fachliteratur beschrieben sind.
Ein Hypnomagier kann mental sogar das autonome Nervensystem beeinflussen, indem er, unterstützt von entsprechender Konzentrationsgestik, seinen Blutfluss im Arm zum Anhalten bringt, wie die Zuschauer über das Mikrofon an seinem Handgelenk deutlich hören. Ein in der Achselhöhle verborgener Golfball wird dabei unterschiedlich stark auf die Armarterie gepresst.
Oft ist auch die schwebende Jungfrau zu sehen: Dabei werden unter die Achselhöhlen einer hübsche Frau zwei Besen gestellt, sodass sie waagerecht darauf
magisch-grazil schwebt, auch wenn ein Besen entfernt wird. Dahinter steckt ein apparativer Trick, der nur bei lang wallenden Gewändern und bis zu einem bestimmten Körpergewicht der Dame durchführbar ist. (Fachkatalog: Arbeitet zuverlässig und geräuschlos.)
Kann der muskulöse Mitwirkende ein Metallgewicht leicht hochheben, so ist er unter der Wirkung der Hypnose nicht mehr dazu fähig. Das Geheimnis der mentalen Kraftbeeinflussung ist ein Elektromagnet unter dem Bühnenboden.
Bei entsprechendem finanziellem Hintergrund des Künstlers können so auf unterschiedlichste Weise Damen sylphidengleich schweben, von Messern und Säbeln dramatisch durchbohrt werden, ohne Kopf erscheinen usw. Nicht umsonst tourt David Copperfield mit viel Personal und tonnenschwerem Gepäck. Ausführungen hierzu sind in der entsprechenden Zauber-Fachliteratur zu finden, so z. B. bei Gibson (1967, 1976), Corinda (1968), Randi (1987), Rau (1998).